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Schloss Villa Ludwigshöhe
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Schloss Villa Ludwigshöhe

Es war einmal ein König von Bayern, der Italien so sehr liebte, dass er sich in der Pfalz ein Domizil nach italienischem Vorbild erbauen ließ. Die Rede ist von Ludwig I. (1786 – 1868). Besagtes Domizil – die Villa Ludwigshöhe – steht bis heute als weithin wirkender Blickfang hoch über Edenkoben an der Weinstraße. Dort, wo die Rebflächen für den Pfälzer Wein enden und der dichte Pfälzer Wald beginnt. Von wo aus das Auge frei schweifen kann über die reizvolle Landschaft der Pfalz und der Rheinebene bis hinüber ins Kurpfälzische und Badische.

Der Grundstein für das vom König als Sommersitz gedachte Bauwerk wurde 1846 gelegt. Erstmals reisten er und Gemahlin Therese zu sechs Wochen Sommerfrische dann im Juli 1852 aus München an. Doch da war Ludwig schon kein König mehr: 1848 hatte er abdanken müssen – nicht zuletzt wegen des lautstarken Unverständnisses seiner bayerischen Untertanen für eine erotisch-politische Affäre seiner Majestät mit der Tänzerin Lola Montez. Aber das ist eine andere Geschichte.

Die Villa Ludwigshöhe ist eine augenfällige Besonderheit unter all den Burgen und Schlössern, mit denen Rheinland-Pfalz so reich gesegnet ist. Denn ausdrücklich hatte Ludwig I. seine Baumeister beauftragt, den herrschaftlichen Feriensitz als „Villa italienischer Art“ zu gestalten. Und so fühlt sich der Betrachter angesichts des vierflügeligen Hauptbaues mit seiner auf Säulen ruhenden doppelstöckigen Loggia wie in die Toskana oder nach Rom versetzt.

Seit 1975 in Besitz des Landes Rheinland-Pfalz, beherbergt die Villa Ludwigshöhe im Obergeschoss die Max-Slevogt-Galerie des Landesmuseums Mainz. Die dortige Dauerausstellung präsentiert mehr als 100 Werke des Malers und Grafikers Max Slevogt (1868 – 1932). Der Künstler, dessen Wahlheimat die Pfalz war, gilt als einer der bedeutendsten deutschen Vertreter des Impressionismus.

Im historischen Kellergewölbe der Villa hat in einem Schau-Depot die Sammlung Hinder/Reimers des Landes Rheinland-Pfalz mit hochkarätiger Keramikkunst des 20. Jahrhunderts eine Heimstatt gefunden. Der einstige herrschaftliche Speisesaal im Erdgeschoss wird heute für anspruchsvolle Kulturveranstaltungen genutzt, insbesondere für Konzerte der Landesstiftung Villa Musica.

So harmoniert die vornehmlich kulturelle Nutzung der Villa Ludwigshöhe mit dem kunstsinnigen Selbstverständnis ihres Erbauers: Ludwig I. war nicht nur ein großer Förderer der Künste, sondern selbst ein ambitionierter Dichter.


„Eine Villa italienischer Art, nur für die schöne Jahreszeit bestimmt und in des Königreichs mildestem Teil“ – diesen Wunsch verwirklichte sich Ludwig I. bei Edenkoben: eine an antiken Vorbildern orientierte klassizistische Villa mit Deckenmalereien im „pompejanischen Stil“, in einer Landschaft, die ihn mit ihren Weinbergen und Esskastanienhainen (die Ludwig I. eigens anpflanzen ließ) ebenfalls an Italien erinnerte.
Die Villa wurde von 1846–1852 nach den Plänen des Architekten Friedrich Wilhelm von Gärtner errichtet. 1848 musste König Ludwig I. abdanken und so zogen sich die Bauarbeiten bis 1851 hin. Aus seiner Privatschatulle finanziert, besaß Ludwig nun seinen Prachtbau. Die „pomejanischen“ Wandmalereien, die heute den besonderen Reiz der Villa ausmachen, wurden allerdings erst 1899 ausgeführt.
Nicht als ständiger Wohnsitz gedacht, verbrachte der König bis zu seinem Tod 1868 jeden zweiten Sommer hier, um seinen Geburtstag zu feiern. Die Villa blieb bis zum Ersten Weltkrieg im Familienbesitz. Während des Krieges diente sie als Lazarett, danach war in ihr französisches Militäruntergebracht. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Villa als Lagerraum genutzt, nach dem Krieg wurde sie von alliierten Truppen bewohnt und diente als Kinderheim. 1947 übernahm sie wieder die Schlossverwaltung des Wittelsbacher Ausgleichsfonds, die das Vermögen der königlichen Familie verwaltete. Aus dessen Besitz erwarb das Land Rheinland-Pfalz 1975 dieses einzigartige Ensemble und gliederte es der damals noch Verwaltung der staatlichen Schlösser ein.
Seit 1985 finden im ehemaligen Speisesaal Konzerte statt. Außerdem laden den Besucher zahlreiche Vorträge, das jährlich stattfindende Schlossfest und nicht zuletzt zwei Museen zum Verweilen in der Villa Ludwigshöhe ein, so auch das Landesmuseum Mainz mit der Max-Slevogt-Galerie. Neben Liebermann und Corinth zählt Slevogt zu den großen deutschen Impressionisten. Im historischen Gewölbekeller ist, auf Anmeldung, die einzigartige Sammlung „Moderne Keramik des 20. Jahrhunderts“ zu besichtigen. (Aus „Reisezeit - Zeitreise“. Verlag Schnell + Steiner. 2010)

Lesen Sie weiter


Tipps

Max Slevogt-Galerie des Landesmuseums Mainz
Dr. Sigrun Paas
Fon 06131 2857140
E-Mail
Webseite

Moderne Keramik des 20. Jahrhunderts - Die Sammlung Hinder/Reimers des Landes Rheinland-Pfalz
Betreiber: Verein Museum für moderne Keramik Deidesheim
1. Vorsitzende Dr. Ingrid Vetter
Kurbrunnenweg 38
67480 Edenkoben
Fon 06323 987010
E-Mail
Webseite


Eintrittspreise

Einzelpersonen

Erwachsene, p.P.

4,00 €

Erwachsene mit Ermäßigung*, p.P.

2,80 €

Kinder und Jugendliche (6-18 Jahre), p.P.

2,00 €

Kinder unter 6 Jahren

freier Eintrit

*Schülerinnen und Schüler > 18 Jahre mit Schülerausweis, Auszubildende mit Berufsschulausweis, Studierende mit Studentenausweis, Wehrdienstleistende mit Wehrpass, Zivildienstleistende mit Zivildienstausweis, Personen, die einen Jugendfreiwilligendienst leisten mit entsprechendem Ausweis, Rentnerinnen und Rentner mit Rentenausweis, Schwerbehinderte Menschen mit Schwerbehindertenausweis, Arbeitslose und Personen, die Sozialhilfe erhalten, mit entsprechenden Ausweis.

Gruppen**

Erwachsene (ab 10 Personen), p.P.

3,00 €

Kinder und Jugendliche (ab 10 Pers., bis 18 Jahre), p.P.

1,00 €

** Gruppenkarten müssen von einer Person (Reiseleiter, Aufsichtsperson) zusammen gelöst werden. An Einzelpersonen (auch Besucher in geschlossenen Gruppen) können keine Gruppenkarten abgegeben werden.

Familien

Familienkarte 1 (1 Erw., bis 4 Kinder ab 6 Jahre)

4,00 €

Familienkarte 2 (2 Erw., bis 4 Kinder ab 6 Jahre)

8,00 €

jedes weitere Kind (ab 6 Jahre)

0,50 €

Kinder unter 6 Jahren

freier Eintrit

Schlösser in RLP

Kontakt

Schloss Villa Ludwigshöhe

Villastraße 65
67480 Edenkoben

Fon 06323 93016
Fax 06323 93017

E-Mail

Öffnungszeiten

  • Januar - März
    09.00 – 17.00 Uhr
  • April - September
    09.00 – 18.00 Uhr
  • Oktober - November
    09.00 – 17.00 Uhr
  • Dezember
    geschlossen

    Am ersten Werktag der Woche geschlossen.Letzter Einlass 45 Minuten vor Schließung.

Anfahrt

  • PKW
    A65, Ausfahrt Edenkoben. Im Ort der Beschilderung zur "Villa Ludwigshöhe" folgen.
  • Parkmöglichkeiten
    Öffentliche Parkplätze bei der Villa
  • Bus
    Von Neustadt Hbf. mit dem Palatina Bus 501 bis Haltestelle Edenkoben/ Ludwigshöhe, von dort ca. 30 Minuten Fußweg; sonn- und feiertags ab Edenkoben Bhf. Palatina Bus 506 direkt zur Ludwigshöhe.

Weitere Informationen

erhalten Sie auch bei der örtlichen Touristinformation:

Südliche Weinstrasse Edenkoben e.V.
Büro für Tourismus

Poststr. 23
67480 Edenkoben

Fon 6323 959222

Flyer zum Download

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